Heute befinden wir uns im Herzen der Côte des Blancs, jenem vom Kreideboden gesegneten Landstreifen, auf dem Chardonnay nicht einfach nur eine Rebsorte, sondern eine wahre Religion ist. Hier glänzt Pierre Gimonnet & Fils mit ganz eigenem Licht. Ihre Geschichte ist nicht die einer großen Handels-Maison, sondern die einer Winzerfamilie, deren Wurzeln bis ins Jahr 1750 zurückreichen. Der eigentliche Wendepunkt kam jedoch 1935, als Michel Gimonnet beschloss, seine Trauben nicht länger an die großen Champagnerhäuser zu verkaufen, sondern selbst mit der Vinifikation zu beginnen. Eine mutige Entscheidung, die den Weg für einen heute legendären Stil ebnete: charakterstarke Blanc de Blancs. Heute stehen die Brüder Didier und Olivier Gimonnet an der Spitze des Hauses und bewirtschaften mit beinahe manischer Leidenschaft rund 28 Hektar Weinberge. Sie gehören zu den wenigen Produzenten der Champagne, deren gesamter Besitz ausschließlich in der Côte des Blancs liegt, zwischen prestigeträchtigen Dörfern wie Cuis, Cramant und Chouilly. Die Philosophie des Hauses ist eine Hommage an Frische, Finesse und Vertikalität. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt das Weingut einen Ansatz, den man als „Präzisionshandwerk“ bezeichnen könnte. Eine ihrer markantesten Entscheidungen ist der gekonnte Einsatz von Reserveweinen, die ausschließlich in der Flasche gelagert werden, um ihre aromatische Lebendigkeit vollständig zu bewahren. Dadurch entstehen Assemblagen, die Jahr für Jahr eine makellose stilistische Konstanz zeigen. Viele der Parzellen der Familie Gimonnet sind über 40 Jahre alt, einige nähern sich sogar der Jahrhundertmarke. Diese „alten Damen“ liefern weniger Trauben, doch die Früchte besitzen eine außergewöhnliche Aromenkonzentration, die dem Wein Struktur verleiht, ganz ohne Eingriffe im Keller.