Prosecco: seine Eigenschaften, Kombinationen und Besonderheiten

    Vom Aperitif bis zur Bar: wie Sie das Beste aus jeder Flasche Prosecco holen

    Prosecco:  seine Eigenschaften, Kombinationen und Besonderheiten

    Frisch, fruchtig und unkompliziert: Der Prosecco ist der Inbegriff des italienischen Aperitifs. Doch zwischen einem gut servierten Glas und einem enttäuschenden liegt oft nur ein Detail, etwa die falsche Temperatur, die falsche Sorte für den Cocktail oder ein zu süßer Stil zum falschen Anlass. In diesem Guide erfahren Sie, wie Sie die richtige Flasche auswählen, sie perfekt servieren und welche Cocktails mit Prosecco wirklich gelingen.

     

    Kurz zur Herkunft

     

    Prosecco ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung aus Nordostitalien. Er wird hauptsächlich aus der weißen Glera-Traube erzeugt, zwischen Venetien und Friaul-Julisch Venetien, mit den Spitzenlagen Conegliano Valdobbiadene und Asolo (beide DOCG). Die zweite Gärung findet im Drucktank statt, was die typisch fruchtigen Aromen von Apfel, Birne und weißen Blüten bewahrt.

     

    Die Eigenschaften: welche Sorte für welchen Moment?

     

    Bevor Sie eine Flasche entkorken, lohnt sich ein Blick aufs Etikett. Die Wahl der richtigen Sorte entscheidet darüber, ob der Prosecco pur, zum Essen oder im Cocktail seine beste Figur macht.

     

    • Prosecco Spumante ist die Variante mit der lebhaftesten Perlage und die richtige Wahl für den Aperitif, zum Anstoßen und für Cocktails. Entscheidend ist der Restzuckergehalt: Die Skala reicht von Brut Nature und Extra Brut (knochentrocken) über Brut und Extra Dry bis zu Dry und Demi-Sec (deutlich süßer). Für Cocktails gilt die Faustregel: je trockener, desto besser, denn die Süße kommt bereits aus Likör oder Sirup.
    • Prosecco Frizzante hat weniger Druck auf der Flasche und eine zartere, kürzere Perlage. In den Bars Venetiens ist er der traditionelle Begleiter zu Cicchetti und kleinen Häppchen, und auch im klassischen venezianischen Spritz hat er seinen festen Platz.
    • Prosecco Tranquillo ist die stille, perlagefreie Version, außerhalb Italiens eine Rarität. Wer ihn findet, serviert ihn wie einen frischen Weißwein zu hellen Vorspeisen oder Frischkäse.

     

    Ein Millesimato (mindestens 85 % der Trauben aus einem einzigen Jahrgang) ist die richtige Wahl, wenn der Prosecco pur im Mittelpunkt steht: zum Anstoßen bei besonderen Anlässen oder als Begleiter eines Fischmenüs. Für Cocktails reicht ein guter Prosecco DOC ohne Jahrgangsangabe völlig aus.

     

    Kombinationen: die besten Cocktails mit Prosecco

     

    Kein anderer Schaumwein ist so tief in der Aperitivo-Kultur verwurzelt. Diese Rezepte stammen alle aus Italien und brauchen nur wenige Zutaten.

     

    • Der Klassiker aus Venetien: 3 Teile Prosecco, 2 Teile Aperol, 1 Spritzer Soda, serviert im großen Weinglas auf Eis mit einer Orangenscheibe. Wer es herber mag, ersetzt Aperol durch Campari oder, ganz venezianisch, durch Select. Ein trockener Prosecco (Brut) hält den Drink im Gleichgewicht.
    • Die Südtiroler Antwort auf den Spritz und ideal an warmen Sommertagen: Prosecco, ein Schuss Holunderblütensirup und Soda, verrührt mit frischen Minzblättern und einer Limettenscheibe. Da der Sirup süßt, unbedingt einen Brut verwenden.
    • Negroni Sbagliato. Der „falsche" Negroni entstand in der Bar Basso in Mailand, als ein Barkeeper versehentlich zur Prosecco-Flasche statt zum Gin griff. Roter Wermut, Campari und Prosecco zu gleichen Teilen auf Eis: leichter als das Original und perfekt für die Happy Hour.
    • Bellini. Die venezianische Eleganz aus Harry's Bar: ein Drittel Püree von weißen Pfirsichen, zwei Drittel gut gekühlter Prosecco, vorsichtig verrührt. Hier darf es auch ein Extra Dry sein, der die Fruchtsüße des Pfirsichs aufnimmt.
    • Rossini. Die Variante für Erdbeer-Liebhaber: Statt Pfirsich kommt frisches Erdbeerpüree ins Glas, aufgegossen mit Prosecco. Besonders schön im Frühsommer.

    Die Besonderheiten: Prosecco richtig servieren und aufbewahren

    Drei Dinge entscheiden über das perfekte Glas: Temperatur, Öffnen und Timing.

    1. Die Flasche gehört zwei bis drei Stunden in den Kühlschrank oder etwa 20 Minuten in den Eiskübel mit Wasser und Eis. Das Gefrierfach ist tabu: Zu starke Kälte betäubt die Aromen, und eine vergessene Flasche kann platzen.
    2. Beim Öffnen die Flasche leicht schräg halten, den Korken festhalten und die Flasche drehen, nicht umgekehrt. Der Korken soll mit einem leisen Seufzer entweichen, nicht mit einem Knall, denn mit dem Knall entweicht auch ein Teil der Kohlensäure.
    3. Eine geöffnete Flasche hält mit einem Sektverschluss im Kühlschrank ein bis zwei Tage, danach lässt die Perlage spürbar nach. Prosecco ist außerdem kein Wein zum Lagern: Am besten schmeckt er jung und frisch, innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Ernte.

     

    Häufige Fragen zum Prosecco (FAQ)

     

    Welcher Prosecco eignet sich für den Spritz?

     

    Ein trockener Prosecco DOC, also Brut oder Extra Dry. Aperol, Campari und Select bringen bereits Süße und aromatische Intensität mit, deshalb braucht der Schaumwein vor allem Frische und Säure als Gegengewicht. In Venetien, wo der Spritz erfunden wurde, greifen viele Bars traditionell zum Prosecco Frizzante: Seine sanftere Perlage macht den Drink süffiger. Mit einem Spumante Brut wird der Spritz dagegen lebhafter und spritziger. Beides ist richtig, es ist eine Frage des Stils.

     

    Was ist der Unterschied zwischen Prosecco und Champagner?

     

    Die beiden trennen Rebsorte, Methode und Reifezeit. Prosecco entsteht aus der Glera-Traube in Nordostitalien; die zweite Gärung läuft über wenige Wochen im Drucktank, was die frischen Fruchtaromen bewahrt. Champagner stammt ausschließlich aus der französischen Champagne, basiert auf Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier und reift nach der Flaschengärung mindestens 15 Monate auf der Hefe, Jahrgangschampagner sogar drei Jahre und länger. Daher seine Noten von Brioche, Hefe und gerösteten Nüssen, und daher auch sein höherer Preis. Kurz gesagt: Prosecco ist der unkomplizierte, fruchtige Begleiter für den Aperitif, Champagner der komplexe Wein für lange Abende.

     

    Bei welcher Temperatur sollte man Prosecco servieren?

     

    Spumante und Frizzante entfalten sich am besten bei 6 bis 8 °C, der stille Prosecco Tranquillo darf mit 8 bis 10 °C etwas wärmer ins Glas. Wärmer serviert wirkt die Perlage schlaff, kälter verschließen sich die Aromen. Für Cocktails wie Spritz oder Hugo darf die Flasche ruhig am unteren Ende der Skala liegen, da Eis und Zutaten den Drink ohnehin weiter verdünnen und kühlen.

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