Spect.
Suckl.
Was: Chardonnay aus acht verschiedenen Jahrgängen
WARUM: Die Essenz der Côte des Blancs
PERFEKT MIT: Meeresfrüchte roh, leichte Frittiertes und Aperitifs
Wine Spectator
James Suckling
Was: Chardonnay aus acht verschiedenen Jahrgängen
WARUM: Die Essenz der Côte des Blancs
PERFEKT MIT: Meeresfrüchte roh, leichte Frittiertes und Aperitifs
Frankreich
Pierre Gimonnet & Fils - 1, rue de la République – 51530 CUIS - France
Champagne Pierre Gimonnet & Fils ist in der Côte des Blancs kein gewöhnlicher Name, sondern eine Signatur, die seit 1750 den Mythos eines einzigartigen Terroirs kultiviert. Wir befinden uns hier in Cuis, einem kleinen Dorf der Champagne, wo die Kreide fast an die Oberfläche tritt und den Weinen eine Mineralität verleiht, die beinahe elektrisch wirkt. Diese Gegend gilt seit jeher als die Wiege der reinsten Blanc de Blancs. Die Familie Gimonnet bewirtschaftet hier 28 Hektar Premier- und Grand-Cru-Lagen mit einer Hingabe, die fast schon obsessiv wirkt. Die Premier-Cru-Klassifikation dieser Cuvée steht für Weinberge von außergewöhnlicher Qualität, die Trauben mit perfektem Gleichgewicht zwischen Säure und Struktur hervorbringen. Rebsorte ist ausschließlich Chardonnay – der König der weißen Reben – und diese Cuvée entsteht aus dem meisterhaften Verschnitt von nicht weniger als acht verschiedenen Jahrgängen. Die Verbindung aus der Lebendigkeit junger Weine und der Tiefe gereifter Reserveweine ist das Markenzeichen eines Hauses, das bei jeder geöffneten Flasche ein makelloses Erlebnis bieten möchte. Die Trauben werden ausschließlich von Hand gelesen, um die Integrität der Frucht zu bewahren, und anschließend sanft gepresst. Nach der alkoholischen und malolaktischen Gärung bei kontrollierter Temperatur reift der Wein 24 bis 30 Monate auf der Flasche. Kaltstabilisierung und eine leichte Filtration über Ton garantieren absolute aromatische Reinheit. Das Degorgement erfolgt etwa drei Monate vor der Vermarktung, mit einer sehr niedrigen Dosage. Gerade dieser feine Eingriff lässt das Terroir ungefiltert sprechen. Im Glas zeigt er sich strohgelb mit leuchtend grünlichen Reflexen. In der Nase zunächst weiße Wiesenblüten, dann frische Zitrusnoten und schließlich der klassische Duft von Brioche und Hefegebäck. Am Gaumen lebendig, leicht und unglaublich raffiniert. Seine Reinheit hält, was sie verspricht, und schenkt einen langen Nachhall, der sofort Lust auf den nächsten Schluck macht. Am Tisch passt er hervorragend zu Jakobsmuschel-Carpaccio oder leichten frittierten Meeresfrüchten. Spannend auch die Kombination mit frischem Ziegenkäse, die ein faszinierendes Spiel aus Säure und Cremigkeit entstehen lässt.
Heute befinden wir uns im Herzen der Côte des Blancs, jenem vom Kreideboden gesegneten Landstrich, in dem Chardonnay nicht einfach nur eine Rebsorte, sondern beinahe eine Religion ist. Genau hier glänzt Pierre Gimonnet & Fils mit besonderem Licht. Ihre Geschichte ist nicht die einer großen kommerziellen Maison, sondern die einer Winzerfamilie, deren Wurzeln bis ins Jahr 1750 zurückreichen. Der entscheidende Wendepunkt kam jedoch 1935, als Michel Gimonnet beschloss, die Trauben nicht länger an große Champagnerhäuser zu verkaufen, sondern selbst zu vinifizieren. Eine mutige Entscheidung, die den Stil begründete, für den das Haus heute berühmt ist: charakterstarke Blanc de Blancs. Heute führen die Brüder Didier und Olivier Gimonnet das Weingut mit beinahe manischer Leidenschaft und bewirtschaften rund 28 Hektar Weinberge. Sie gehören zu den wenigen Produzenten der Champagne, deren gesamter Besitz ausschließlich in der Côte des Blancs liegt, in legendären Dörfern wie Cuis, Cramant und Chouilly. Die Philosophie des Hauses ist eine Hommage an Frische, Finesse und Vertikalität. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Kellerei auf eine Art „präzises Handwerk“. Eine ihrer markantesten Entscheidungen ist die Lagerung der Reserveweine ausschließlich in Flaschen, um ihre aromatische Frische vollständig zu bewahren. So entstehen Assemblagen, die Jahr für Jahr eine bemerkenswerte stilistische Konstanz zeigen. Viele Parzellen der Familie Gimonnet sind über 40 Jahre alt, einige Reben nähern sich sogar der Hundertjahrgrenze. Diese „alten Damen“ liefern zwar weniger Ertrag, dafür aber Trauben von außergewöhnlicher aromatischer Konzentration, die den Weinen Tiefe verleihen, ganz ohne forcierte Kellertechnik.
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